Dienstag, 28. April 2020

war da was?

alle welt redet nur noch vom grossen C.

ich muss mal sagen - ich bekomme davon gar nicht viel mit. ich mache verordnetes homeoffice und homeschooling mit dem luetten im haus meiner eltern, an welchem waehrenddessen einige sanierungsarbeiten stattfinden. diese baustelle, sowie meine eigenen baustellen, halten mich so auf trab, dass ich nur an den maskentragenden leuten da draussen, wenn ich doch mal kurz was einkaufen muss, bemerke, dass wohl irgendetwas laeuft. ansonsten koennten genauso gut auch sommerferien sein oder so.

meine baustellen sind schlimmer werdende tiefs, das letzte mal so krass, dass ich nachts heulend und zitternd auf dem sofa haengend psychiatrische notambulanzen gegoogelt habe, weil ich dachte, es geht einfach nicht mehr, weil ich einfach nicht mehr wollte. und mich danach drei tage kaum noch bewegen konnte. so als waere die erde ein magnet und ich aus metall. als wuerde ich permanent durch huefthohes wasser waten. das verdammte daydrinking im home office verstaerkt und potenziert solche episoden natuerlich zusaetzlich. die ausloeser sind jeweils solche, die ich psychisch stabil einfach wegstecken und -laecheln kann, die mich aber in bestimmten phasen komplett aus dem gleichgewicht bringen und alles, aber auch wirklich alles anzweifeln lassen. mein mann diagnostizierte spontan burn out, was angesichts des chaos-jahres, das hinter (und noch vor) uns liegt, sowie homeschooling und allem drum und dran, nicht mal abwegig waere (oder wie eine freundin meinte, nachdem ich ihr alles erzaehlte, was so los ist und war: "wie. jetzt erst??!").

nun ist es aber regelmaessig so, dass sich nach ein paar tagen jeweils innerhalb von ein paar minuten sozusagen ein vorhang hebt, ich mich umschaue und denke: "ach SO sieht die welt eigentlich aus. ist doch alles schick!" und dann bin ich wieder voellig "normal".
beobachteterweise bekomme ich dann meist meine tage, daher ging ich nach konsultation meines allgemeinarztes erstmal zu meiner gynaekologin, und siehe da: das waere so mitte 40 voellig normal, sagt sie, das haetten total viele frauen. ich bin noch weit von den wechseljahren entfernt (perfekt gebaerfaehig...haha), aber so ab mitte 40 stellt der koerper langsam um.

bevor ich mich also in eine betreute toepfertherapie begebe (die ich nebenbei trotzdem gut gebrauchen koennte... aber eins nach dem anderen...), versuchen wir es jetzt erstmal mit hoch dosiertem moenchspfeffer, und wenn das nicht hilft, mit hormonellen verhuetungsmitteln oder aber niedrig dosierten antidepressiva in der 2. zyklushaelfte. schaunwamal, in drei monaten sollte ich mehr wissen.

ein seelenpflaster in den turbulenten zeiten ist der tierarzt geworden. wir sind humor-, knutsch- und kuschelkompatibel, und obwohl er in seinem joy-profil bdsm und dominanz angibt (und durchaus auch dominant ist) spielt das bei unseren begegnungen (bisher?) keine rolle. wenn ich bei ihm ankomme, muss ich sowieso erstmal alle seine 4 (!!! <3) ) katzen kuscheln, das ist schonmal wellnessflausch de luxe. dann teilt er H.s (und inzwischen ja auch mein) faible fuer latex, wenn auch in nicht ganz so krasser form, also schmeisse ich mich meist in latexstruempfe und/oder -oberteil und high-heels. allein das legt ja immer so einen schalter im kopf um, von alltag auf auszeit. der sex ist einfach hervorragend und das bett hinterher regelmaessig sehr sehr nass. auch er hat es sich natuerlich zur aufgabe gemacht, mich zum kommen zu bringen, und auch wenn das nicht klappen wird, so bin ich doch inzwischen an einem punkt angekommen, derlei bemuehungen einfach nur geniessen zu koennen, ohne mich selbst unter druck zu setzen. so vergeht meist das erste stuendchen mit schweisstreibendem und muskelkatererzeugendem sex... und dann... dann haelt er mich einfach nur fest. wir kuscheln, quatschen, streicheln, flachsen rum, knutschen... das laesst mich absolut runter kommen und den alltag fuer eine weile komplett vergessen. unsere zeitfenster sind, bedingt durch seine sprechstundenzeiten, jeweils relativ klein, wir haben immer nur so drei stunden, aber die reichen, um die kuschelakkus voll aufzuladen. perfekte kleine auszeiten. und ja, an der stelle ignoriere ich corona.

H. hingegen haelt sich als hochrisikogruppe sehr penibel an abstandsregeln und kontaktverbot. mit ihm schreibe ich derzeit nur, schicke ab und an ein teasing-foto. und: ich hoere ihm zu. er streamt naemlich ps4-spiele auf twitch, und er liest spaetabends dort vor.
bis vor kurzem den kleinen hobbit, jetzt moby dick. es ergab sich, dass mein sohn mal dazu kam, als ich ihm gerade beim gran turismo fahren zuschaute, und, naja, was soll ich sagen, H. hat jetzt einen sehr jungen und sehr begeisterten fan, und wir schauen / hoeren jetzt abends oft gemeinsam zu ;-D
ich freue mich sehr darauf, ihn mal wieder zu sehen. mal schauen, ob er die kontaktsperre wirklich bis zum bitteren ende durchzieht.

der grosse mann und ich ueben uns immer noch in physical distancing. ob das irgendwann nochmal anders wird... ich weiss es nicht. immerhin haben wir am wochenende mal wieder ein bisschen gekuschelt. und siehe da - mein koerper reagiert wie eh und je sehr spontan und intensiv auf seinen...

an dem polyamor-ding basteln wir immer noch herum. so ganz eifersuchtsfrei geht es beidseitig nicht.

er mag den tierarzt nicht, weil dieser, nach dem flappsigen spruch des grossen mannes auf seine erste anfrage, ohne den "bdsm-kodex" zu beachten an ihm vorbei getunnelt ist (bzw ich ihn vorbeigetunnelt habe, weil ich mir die maenner, auf die ich lust habe, selbst schnappe und dabei jetzt auch nicht wirklich devot vorgehe).

ich mag sein derzeitiges objekt der begierde nicht, weil sie ihn hinhaelt und unwuerdige teenie-spielchen spielt.

wir goennen uns trotzdem unsere auszeiten - letztendlich muss man ja mit dem/der jeweiligen gespielen nichts weiter zu tun haben, die hauptsache ist: dem anderen geht es gut.

mit des grossen mannes zweitsub hingegen verstehe ich mich weiterhin sehr gut, mal sehen, wann wir uns mal wieder treffen.

ausserdem haben wir ein nettes paerchen hier in der naehe kennengelernt, ich bin gespannt, was sich da ergibt ... eine freundschaft waere sehr schoen, weil wir bisher keinen gemeinsamen freundeskreis haben. und ein weiteres paerchen aus dem anderen ende der republik hat uns auf joy angeschrieben, ob wir sie nicht nach corona in ihrem feriendomizil in spanien besuchen wollen. keine ahnung, wie das kam und was daraus wird, das ganze ist irgendwie ziemlich absurd und lustig und ... wird bestimmt einen blogeintrag wert sein ^^.
vielleicht komme ich ja so irgendwann vor ende meines sexlebens doch nochmal zu zwei schwaenzen gleichzeitig. oder sogar in einen swingerclub! :)

Sie sehen - es ist viel los, obwohl gar nichts los ist. man wurschtelt sich so durch.

anbei zur erbauung noch ein arschbild von nem lost place shooting mit dem tierarzt - mitten in B. bleiben Sie gesund ;)


Kommentare:

  1. Arschbild zur Erbauung. Gute Sache.

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    1. man tut, was man kann, in diesen schweren zeiten, herr doktor ;)

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    2. Das finde ich sehr löblich.

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  2. Hübscher Hintern ... und nicht nur der .... :-)

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  3. meh. ja, alk ist - im nachhall - ein depressionsverstärker. klaut das serotonin/dopamin und nachher fehlts. aber weißte sicher selber viel zu gut.
    homeoffice und alk gehen aber leider gut zusammen. muss mich auch permanent disziplinieren, dass ich nach manchen telkos nicht einfach einen schnaps trinke. abends tu ich das dann trotzdem meist. versuche aber, dass es bei einem drink bleibt. ist mir immer noch zu viel.

    vor den wechseljahren graut es mir auch enorm. meine mutter hat das ganz gut gepackt, aber ich kenne so viele frauen, die auf ersatzhormonen dahindämmern und sich mit depri, schweißausbrüchen, schlafosigkeit und gewichtszunahme rumschlagen. finde, da sollte die ärztliche wissenschaft mal was reininvestieren. fuck corona.

    ansonsten weißte ja, wie du mich erreichst. :-)

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